Selin spendet zum ersten Mal Blut. Eine Krankenschwester namens Rosa steckt eine Nadel in ihren Arm. Ein Beutel füllt sich langsam. Darauf steht ein Buchstabe: O. „Warum ein Buchstabe?", fragt Selin.
„Weil Blut Namen hat", sagt Rosa. „Deins ist Gruppe O. Andere Menschen haben A, B oder AB. Ein Arzt in Wien hat das 1901 gefunden. Er hieß Karl Landsteiner."
„Er mischte Tropfen Blut von seinen Freunden. Manches Blut mischte sich gut. Manches Blut machte kleine harte Klumpen. Also gab er dem Blut Namen: A, B und O."
„Vor 1901 war es gefährlich, Blut zu geben. Manchmal starb der Mensch. Niemand wusste, warum. Nach 1901 wussten die Ärzte: Das Blut muss passen. Landsteiner bekam 1930 den Nobelpreis."
Der Beutel ist voll. Selin trinkt ein Glas Saft. Ihr Blut wird bis zu drei Menschen helfen. „Jetzt kenne ich meinen Namen", sagt sie. „O."